Die Waldenser des Pays des Écrins
Auf den Spuren der Waldenser: eine andere Geschichte der Alpen
In den diskreten Tälern des Pays des Écrins taucht die Geschichte der Waldenser wieder auf. Bereits im zwölften Jahrhundert schlug diese religiöse Protestbewegung hier, fernab von neugierigen Blicken, im Herzen der Berge Wurzeln.
Alles begann um 1170 in Lyon. Pierre Valdo, ein reicher Kaufmann, entschied sich für die Armut und predigte die Bibel in der Volkssprache. Er wurde 1184 exkommuniziert und inspirierte eine Bewegung namens „Die Armen von Lyon„, die bis in die Alpen reichte. Im 14. Jahrhundert gab es viele Waldenser in Vallouise und noch mehr in Freissinières. Ihr Gottesdienst war heimlich: nächtliche Zusammenkünfte, mündliche Überlieferungen, isolierte Dörfer.

Aber die Kirche wehrt sich. Ab 1366 organisierte die kirchliche Obrigkeit eine geistliche Rückeroberung. Im Jahr 1399 predigte der Prediger Vincent Ferrier in Puy Saint Vincent. An den Wänden der Kapellen waren Fresken zu sehen: gemalte Botschaften, um die Gläubigen wieder auf Linie zu bringen.

Die Waldenser hinterließen weder Kathedrale noch Burg. Aber ihre Erinnerung ist gut in den Steinen und Wegen des Pays des Écrins verankert.

Wo kann man auf den Spuren der Waldenser wandeln?
- Kapelle Saint-Vincent (Puy Saint Vincent) – Fresken und Stürze
- Kirche Saint-Étienne de Vallouise – sichtbare biblische Zyklen
- NachUrnoux, Dormillouse, Val-Cluson – geschichtsträchtige Dörfer: Ruisseau du Prêcheur, Clos du Valdois…
- Wanderweg „Auf den Spuren der Waldenser“ – 7 km Rundweg (2h30 / +220 m) von Vallouise mit Erklärungstafeln, Ruinen und herrlichen Aussichtspunkten
- Familienspielheft erhältlich im Fremdenverkehrsamt
- App „Patrimoine Hautes-Alpes“ : Karte, Audio-Zeugnisse, Augmented-Reality-Rekonstruktionen. Funktioniert ohne Netzwerk.
- Nehmen Sie gute Schuhe, eine Windjacke und ein wenig Neugier mit.