Ein zeitloser Abend mit Freunden

Mikro-AbenteuerEine Nacht auf der Faravel-Hütte

Nach einem langen Arbeitstag machen wir uns also auf den Weg zur Faravel-Hütte. Zunächst müssen wir unsere am Vortag gepackten Biwakrucksäcke holen, sie in den Kofferraum laden und uns dann auf den Weg ins Freissinières-Tal machen. Der reichlich gefallene Schnee hat das Tal fest im Griff und ermöglicht es uns, auf dem Winterparkplatz zu parken – noch vor der berühmten Lawine, die jeden Winter die Straße versperrt. Wir essen eine Kleinigkeit, ziehen widerwillig unsere Turnschuhe aus und machen uns mit den Skiern an den Füßen auf den Weg zu unserer Nachtunterkunft: der Faravel-Hütte.

Christi Himmelfahrt

Der zunächst ebene Weg führt zum Sommerparkplatz, dann beginnen wir unseren Aufstieg nach Dormillouse. Bevor wir den Weiler erreichen, biegen wir links in Richtung des Palluel-Sees ab. Unter dem Schutz der Kiefern bleibt der Schnee frisch und weich, und während wir den Spuren von Hasen und Füchsen folgen, stoßen wir auf eine Schneebrücke, über die wir den Wildbach überqueren können.

Sobald wir den Wald verlassen haben, erahnen wir unter der Schneedecke die Weite des Palluel-Sees. Anschließend machen wir uns in Richtung Norden auf, um einen Gebirgssattel zu überwinden und die Faravel-Hütte zu erreichen.

Übernachtung in einer Hütte

  • Hütte: eine rustikale, einfache Unterkunft, die lediglich aus einem Dach besteht. Ein Dach, das Schutz vor Kälte, Wind und den Elementen bietet.

Im Winter herrschen niedrige Temperaturen, und Schnee bedeckt alle Oberflächen. Um die Nacht zu überstehen, ist es daher wichtig, sich vor Kälte und Feuchtigkeit zu schützen. Die Hütte von Faravel verkörpert den Gedanken eines Zufluchtsortes für alle, die sich bis in die tiefsten Tiefen des Tals vorwagen. Im Winter ist nur der Zugang zum Dachboden unter dem Dach geöffnet. Früher war dies die Scheune, in der das Getreide zum Trocknen gelagert wurde. Ein paar Decken, ein hängender Tisch und zwei Bänke, in der Mitte eine Solardusche – der Ort ist spartanisch, aber einladend.

Wir erhitzen Wasser in unseren Kocher, um unsere gefriergetrockneten Mahlzeiten zuzubereiten. Ein paar Stückchen Schokolade und einen Kräutertee später ist die Nacht klar, ruhig und sternenklar, und der Schlaf lässt nicht lange auf sich warten – eingemummelt in unsere Daunenschlafsäcke, die Augen geschlossen.

Ski zurück

Am nächsten Tag verläuft die Rückkehr zum Parkplatz reibungslos. Wir ziehen die Steigfelle an, um nach Dormillouse zu gelangen, und die wenigen Kurven der Abfahrt, die uns dorthin führen, ermöglichen es uns, den letzten Neuschnee in einer Nordhangschlucht zu genießen. Als wir beim Auto ankommen, genießen wir diesen Moment abseits der Zeit, fernab vom Verkehr, vom Hupen, von der Einkaufsliste und den Sorgen des Alltags.