Wenn ich eine Freundin für das Wochenende einlade Was lasse ich ihn denn tun?

Startseite Mein Wunsch, Mein Wunsch zu teilen Wenn ich eine Freundin übers Wochenende einlade, was mache ich dann mit ihr?

Mikroabenteuer
“ – Ein Wochenende mit Freundinnen in den Bergen: Winter in aller Ruhe

Im Winter, wenn eine Freundin ins Pays des Écrins kommt, sage ich ihr, sie solle das Auto nicht zu voll packen – was fehlt, leihe ich ihr gerne. Hier beißt die Kälte ein wenig, der Schnee verlangsamt alles, und das ist genau richtig so.
Ich beginne oft unten, in der Nähe von Vallouise oder L’Argentière-la-Bessée. Ich wandere am Gyr entlang, wenn er am frühen Morgen ein wenig dampft, alles ruhig ist und die Berge darüber bereits weiß sind. Im Winter ist die Stille anders. Dichter.

Was das Essen angeht, muss ich nicht lange suchen.

Ein Restaurant in der Gegend, in Pelvoux oder in Vallouise. Warme Gerichte, geschmolzener Käse und eine gesellige Atmosphäre. Im Winter isst man, um sich aufzuwärmen, nicht um gut auszusehen.

Wenn es Zeit ist, zur Station hinaufzufahren, entscheide ich mich je nach Laune

  • Nach Puy Saint Vincent fährt man zum Skifahren. Die Pisten sind breit, die Aussicht ist weitläufig, und man kann in Ruhe Ski fahren, ohne dass man angerempelt wird. An Tagen mit schönem Wetter sieht man das ganze Tal bis ganz nach unten. Man nimmt sich Zeit, hält oft an und genießt es.
  • In Pelvoux-Vallouise ist alles einfacher und unkomplizierter. Ein Skigebiet, wie wir es hier lieben. Man fährt dorthin, um in aller Ruhe Ski zu fahren, Langlauf zu betreiben oder einfach nur durch den Schnee zu spazieren, wenn alles weiß und still ist. Mehr braucht es nicht.

Manchmal nehme ich ihn auch auf Schneeschuhwanderungen mit, in die Gegend um Puy Aillaud oder oberhalb der Weiler. Nicht sehr weit, nicht sehr hoch. Gerade so weit, dass man den Schnee unter den Schritten hört und kaum noch jemandem begegnet.

Am Abend fahre ich mit ihm weg von den Lichtern des Bahnhofs.
Wir fahren ein Stück bergab, parken am Straßenrand, in Richtung Saint-Martin-de-Queyrières oder weiter oben im Tal. Wir stellen den Motor ab. Es ist kalt, aber der Himmel ist klar, und wir beobachten unzählige Sterne.

Am nächsten Tag, wenn das Wetter schön ist, schlage ich ihr vor, in der Sonne mit Blick auf die Berge einen Kaffee zu trinken, einen kleinen Spaziergang im Schnee zu machen oder einfach nur die Gipfel rund um Pelvoux zu betrachten, bevor wir wieder aufbrechen. Oft sagt sie nicht viel. Sie schaut einfach nur zu.

Als sie wieder abreist, hat sie Ski gefahren, gewandert und etwas Warmes gegessen.
Vor allem aber hat sie eines verstanden: Der Winter im Pays des Écrins ist kein Spektakel. Es ist das Leben – in Zeitlupe.